Guten Tag, mein Name ist Laurent Brouchet und ich bin Thoraxchirurg am Universitätsklinikum Toulouse. Meine Tätigkeit ist hauptsächlich onkologisch ausgerichtet, aber seit etwa zehn Jahren führe ich auch Operationen bei Pectus Excavatum durch. Nach und nach habe ich mein Tätigkeitsfeld erweitert, vor allem auf Wunsch der Patienten.
Welche Erfahrungen haben Sie mit der Technik der 3D-Implantate gemacht?
Meine Erfahrung mit der Technik der 3D-Implantate ist vor allem, dass sie ein ausgezeichnetes ästhetisches Ergebnis ermöglicht. Man darf nicht vergessen, dass dies für diese oft jungen und durch ihre Fehlbildung stark belasteten Patienten nach wie vor das wichtigste Anliegen ist.
Das ästhetische Ergebnis (der Technik mit maßgefertigten 3D-Implantaten) ist insbesondere bei komplexen und stark asymmetrischen Formen deutlich besser als mit dem Ravitch-Verfahren.
Verursacht ein Pectus Excavatum funktionelle Beschwerden?
Ich vertrete eher die Auffassung, dass dies im Allgemeinen nicht der Fall ist. Wenn wir Patienten mit Pectus Excavatum untersuchen, stellen wir in der Regel keine besonderen kardiorespiratorischen Störungen fest. Es kann eine psychisch belastende Wahrnehmung kardiorespiratorischer Beschwerden geben. Für Kinder ist dies manchmal eine Möglichkeit, ihre Eltern dazu zu bewegen, mit ihnen einen Arzt aufzusuchen. Dieser psychologische Abwehrmechanismus kann sich in Form von Schmerzen oder Atemnot äußern.
Kompressionen des Herzens werden in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben. Sie sind relativ selten und in meiner bisherigen Tätigkeit habe ich einen solchen Fall gesehen.
Tatsächliche Kompressionen des Herzens sind im Allgemeinen selten und werden in der kardiologischen Abteilung des Universitätsklinikums Toulouse mittels MRT untersucht. Sie bleiben jedoch Ausnahmefälle.
Welche Vorteile haben Implantate gegenüber orthopädischen Verfahren?
Ein Vorteil von 3D-Implantaten gegenüber orthopädischen Verfahren ist ihre einfache Platzierung. Der Eingriff ist relativ schnell, technisch nicht besonders kompliziert und verändert den Brustkorb nicht. Sollte ein Patient aus irgendeinem Grund das Implantat entfernen lassen wollen, bleibt sein Brustkorb vollständig intakt.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass bei stark asymmetrischen Formen die Ravitch- oder Nuss-Verfahren keine zufriedenstellende Korrektur ermöglichen, während das ästhetische Ergebnis mit maßgefertigten 3D-Implantaten deutlich besser ist.
Der postoperative Verlauf ist ausgesprochen unkompliziert. Patienten, die von weiter her anreisen, bleiben in der Regel eine Nacht vor und eine Nacht nach dem Eingriff im Krankenhaus und können am Tag nach der Operation entlassen werden. Zur Schmerzbehandlung benötigen sie in den ersten 48 Stunden im Allgemeinen lediglich Schmerzmittel der Stufen 1 und 2 und nach einer Woche nur noch Schmerzmittel der Stufe 1. Morphin wird praktisch nicht benötigt.
Können Sie ein Beispiel für einen mit dieser Technik behandelten Fall nennen?
Es handelte sich um einen Patienten mit einer relativ asymmetrischen, tiefen und sehr auffälligen Trichterbrust, die ihn hauptsächlich psychisch belastete, da aus funktioneller Sicht keine besonderen Beschwerden bestanden. Der Eingriff verlief schnell, dauerte etwas mehr als eine Stunde und verlief insgesamt sehr gut.

