Ich bin plastische und rekonstruktive Chirurgin in Brest und seit fast zwei Jahren in freier Praxis tätig. Zuvor habe ich mehrere Jahre in einem Krankenhaus gearbeitet, wo ich seit etwa fünf Jahren Erfahrung mit 3D-Implantaten sammeln konnte. Diese wurden hauptsächlich in der Chirurgie der Trichterbrust eingesetzt, ich habe jedoch auch Patienten mit dem Poland-Syndrom sowie mit Wadenatrophie behandelt.
Können Sie ein Beispiel für eine Indikation nennen, die mit maßgefertigten 3D-Implantaten behandelt wurde?
Ein konkreter Fall der Pectus-Chirurgie betraf eine junge Patientin, die Handball auf sehr hohem Niveau spielte und in der vornationalen Liga aktiv war. Sie stellte sich aufgrund einer Trichterbrust-Deformität vor, die sie stark beeinträchtigte. Dieser Fall stellte eine echte Herausforderung dar, da es sich um eine leistungsorientierte Sportlerin handelte.
Da das Pectus-Implantat unter den Brustmuskeln platziert wird, war es entscheidend, die Deformität äußerst präzise zu korrigieren, um ein zufriedenstellendes ästhetisches Ergebnis zu erzielen, ohne funktionelle Einschränkungen zu verursachen.
Dies gelang vollständig, da wir ein Implantat einsetzen konnten, das perfekt an ihre Anatomie angepasst war. Sie nahm ihre sportliche Aktivität auf exakt demselben Niveau wieder auf – nämlich im leistungsorientierten Wettkampfsport – ohne funktionelle Beschwerden im Bereich der Narbe oder bei der Nutzung der oberen Extremitäten.
Können Sie ein Beispiel für eine Indikation im Bereich der Waden nennen?
Eine Patientin, die sich wegen einer Wadenchirurgie vorstellte, wies eine einseitige Wadenatrophie infolge einer angeborenen neurologischen Anomalie auf. Der ausschlaggebende Grund für den Eingriff war ihre bevorstehende Hochzeit, da sie ein kurzes Kleid tragen wollte. Die Herausforderung bestand darin, innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens ein präzises und perfektes Ergebnis mit einer harmonischen Symmetrie vor der Hochzeit zu erzielen. Sie war vom Ergebnis begeistert, was für mich eine große berufliche Zufriedenheit darstellte.
Wie beurteilen Sie die Implantattechnik insgesamt?
Eine auf computergestützter Planung (CAD/CAO) basierende Chirurgie ist im Allgemeinen der Ansatz, der die Herstellung individuell angepasster 3D-Implantate ermöglicht. Dies ist äußerst wertvoll, da eine hochpräzise anatomische Korrektur erreicht und ein wirklich optimales Ergebnis für den Patienten sichergestellt werden kann.
Ich empfinde es als äußerst zufriedenstellend, nicht nur die Anatomie bestmöglich zu korrigieren, sondern auch eine dauerhafte und präzise Lösung anzubieten, die weder Nachkorrekturen noch einen Implantatwechsel erfordert.
Es ist eine sehr erfüllende Technik, und im Laufe der Jahre beobachte ich eine echte Zufriedenheit der Patienten nach dem Einsetzen dieser Implantate.


